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Die Schlacht von Tabuk (arab. غزوة تبوك ġazwa tabūk) war ein militärischer Feldzug, der, so berichten es die Biographen einstimmig, im Oktober 630 von Muhammad gestartet wurde. Er führte eine Armee von etwa 30.000 Mann, um in Tabuk -im Nordwesten Saudi-Arabiens gelegen- gegen die Armee des byzantinischen Reichs vorzugehen. Auch wenn die Schlacht von Tabuk kein Kriegszug im herkömmlichen Sinne war, sollte sie doch die Tür für weitere Konflikte im byzantinisch-arabischen Krieg öffnen. Da es keine Aufzeichnungen dieses Ereignisses von byzantinischer Quelle gibt, stammen die meisten Berichte darüber aus muslimischen Quellen. Gerade deshalb, aber auch weil die beiden Armeen nie zusammengetroffen sind, wurde die Authentizität der Berichte über die näheren Umstände der Schlacht von Tabuk von westlichen Forschern in Frage gestellt[1], gleichwohl diese in der arabischen-islamischen Welt als geschichtliche Tatsache gelten.

Gründe für den Feldzug

In dem Werk Ar-Rahīq al-Makhtum, einer modernen Biografie über Muhammed, die vom indisch-muslimischen Autor Saif ur-Rahman Mubarakpuri verfasst wurde wird als Grund für den Feldzug gegen das byzantinische Reich die Ermordung eines Statthalters Muhammads durch Sharhabeel bin ‘Amr Al-Ghassani, des Gouverneurs von Bala. Dies führte unmittelbar zu der Schlacht von Mutah, Mubarakpuri gibt aber an, dass dieses Ereignis auch der Auslöser für die Schlacht von Tabuk war.

Der nichtmuslimische Forscher William Muir behauptet hingegen, dass die Heraklius sich für einen Kriegszug entschied, um eine Neuauflage der Expedition von Ukasha bin Al-Mihsan gegen die Banu Udrah und ähnlicher Feldzüge zu verhindern. Die Banu Udrah waren ein mit dem byzantinischen Reich verbündeter Stamm, bevor diese infolge mehrerer Feldzüge von Khalid ibn al-Walid in deren Region den Islam annahmen und sich mit Muhammad verbündeten.

Feldzug

Als Muhammad nordwärts in Richtung Tabuk zog, trafen sie auf keienrlei Aggressionen von seiten der byzantinischen Armee. Mit 30.000 Mann war die Armee bisher die zahlenmäßig stärkste, die von muslimischer Seite jemals aufgestellt wurde. Als sie an Tabuk ankamen, bereiteten sie sich auf ein Zusammentreffen mit dem Feind vor, jedoch war die byzantinische Armee nicht dort. Auch nach mehreren Tagen, die sie dort blieben, um das Gelände zu beobachten und Ausschau zu halten, kam der Feind nicht. Trotzdem war hatte sich die muslimische Armee mit diesem Feldzug, auch in den entfernteren Ländern der arabischen Halbinsel, einen guten Ruf erworben. In Folge dessen verliessen zahlreiche arabische Stämme das byzantinischen Reich und schlossen sich Muhammad an, was zu einer Vergrößerung des islamischen Staats führte.

Literatur

  • Weil, Gustav: Mohammed der Prophet, sein Leben und seine Lehre, Stuttgart : Metzler, 1843, S. 433
  • ʻAbd al-Malik Ibn Hishām, Muḥammad Ibn Isḥāq: Das Leben Mohammed's, Berlin [u.a.] : Ullstein, [ca1917], S. 268

Einzelnachweise

  1. Bowersock, Glen Warren, Peter Robert Lamont Brown und Oleg Grabar: Late Antiquity: A Guide to the Postclassical World (1999, Harvard University Press) S. 597