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Müneccimbaşı Derwīsh Aḥmed Dede b. Luṭf Allāh (geb. in Selânik; gest. 1702 in Mekka) war ein osmanischer Gelehrter, Sufi-Poet, Historiker und Autor des wichtigen Werks Dschamiiʿ al-duwal.

Leben

Müneccimbaşı stammt väterlicherseits aus Ereğli in der Nähe von Konya, ist selbst jedoch in Selânik geboren. Nach seiner Schulausbildung diente er zunächst 15 Jahre in der Mevlevi Hane (Derwisch-Loge), dann begann er sein Studium der Astrologie und Astronomie. Aufgrund dieser Ausbildung wurde er bald zum Gerichtsastrologen. Nachdem er in höhere Kreise aufgestiegen war, wurde er bald darauf aus dem Dienst des Sultans entlassen und musste ins ägyptische Exil flüchten, von wo aus er einige Jahre später zunächst nach Mekka reiste, wo er zum Scheich der Derwisch-Loge ernannt wurde. Es folgte ein Umzug nach Medina, wo er sieben Jahre seines Lebens verbrachte. Kurz nach seiner Rückkehr nach Mekka starb Müneccimbaşı im Februar 1702 und wurde dort begraben.

Wirken und Werke

Neben Werken aus seiner Tätigkeit als Historiker hinterließ Müneccimbaşı zahlreiche andere Werke, so Anmerkungen zu Korankommentaren, Kommentare, Übersetzungen sowie Abhandlungen zu Geometrie, Mystizismus und Musik. Seine türkischen Diwane verschafften ihm einen festen Platz in der Reihe bedeutender mystischer Dichter.

Einzelnachweise

  • J.H. Kramers in: The Encyclopaedia of Islam, Band VI, Brill: Leiden, 1993, S. 572f