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Ibrīḳ ist in der islamischen Kunst die Bezeichnung für ein Gefäß, welches zum Ausgießen von Flüssigkeiten verwendet wurde. Mit einem dazugehörigen Auffangbecken wurde es auch zum Waschen der Hände oder Füße verwendet. Die Bezeichnung ist nicht an eine bestimmte Funktion oder die Verwendung eines bestimmten Materials gebunden.

Geschichte und Definition

Bisher ist die geographische und zeitliche Einordnung früher Funde aus dem 10. Jahrhundert n.Chr. noch nicht möglich; es scheint jedoch, als würden alle Gefäße gemeinsame, charakteristische Eigenschaften aufweisen, welche sie von der ursprünglichen, klassischen islamischen Prototypen unterscheidet:

  • Schwere Böden, wodurch der Schwerpunkt des Gefäßes nach unten verlagert wird;
  • Klare Formen, welche die Übergänge zwischen Körper, Füßen, Nacken und Mund betonen und hervorheben
  • Facettierungen
  • Eine andere Gruppe weist einen zweiseitigen Nacken auf, welcher im unteren Teil langgezogen, im oberen Teil jedoch zylindrisch und facettiert ist. Der eiförmige Körper ruht auf drei Füßen.
  • Stellvertretend für eine andere Gruppe ist das Marwān-Gefäß in Kairo, welches seinen Namen durch den gleichnamigen Ummayaden-Ḫalifen erhielt. Abschließende Beweise hierfür gibt es jedoch nicht
  • Die letzte Gruppe hat einen eiförmigen Körper, einen Fußring und ist gut ausbalanciert. Diese Form wurde bis ins Zeitalter der Salǧuqen beibehalten

Materialien

Für die Herstellung wurden verschiedene Materialien wie beispielsweise Kupfer verwendet, einige hatten Inlays aus Silber. Wieder andere wurden aus Keramik gefertigt.

Literatur

  • A.U. Pope: A survey of Persian Art, Oxford, 1938-1939
  • G. Wiet: Objets en cuivre, Cat. Gén. du Musée Arabe du Caire, 1932
  • K. Erdmann: Islamische Giessgefässe des 11. Jahrhunderts in: Pantheon XXII, (Juli-Dezember 1938), S.251-254

Einzelnachweise

  • Eva Baer: Artikel Ibrīḳ in: Encyclopaedia Islamica, Band 12 (Ergänzungsband), Brill:Leiden, 2004, S. 406